Einsatz und AusbildungSicherheitspolitik

Neuausrichtung der Armee: zonengebundene Aktionsführung und Einsatzdivisionen

Damit die Schweizer Armee inskünftig ihren Auftrag erfüllen kann, muss sie konsequent auf den Einsatz in der Verteidigung ausgerichtet werden. Dies weil sich sowohl die Bedrohungslage als auch das Gefechtsfeld stark verändert haben. Ein zentrales Element dafür ist die zonengebundene Aktionsführung.

Die Armee führt ihre domänenübergreifenden Operationen künftig zonengebunden. Am Boden führen gemischte Verbände ihre Aktionen in zugewiesenen Zonen und über alle Lagen weitgehend selbständig, damit rasch auf die verschiedenen Bedrohungen reagiert werden kann und die Zusammenarbeit mit den nationalen und internationalen Partnern einfach sichergestellt werden kann.

Am Boden stehen die Einsatzdivisionen im Zentrum. Die Einsatzdivisionen stellen die Führung von allen Aufgaben in ihrem zugewiesenen Raum, in enger Zusammenarbeit mit den zivilen Behörden, sicher.

Die Überlegungen im vorliegenden Artikel entstammen den Arbeiten am internen Zielbild der Armee, welches die Leitlinien des Bundesrates für die Verteidigung umsetzt. Die Arbeiten am Zielbild finden unter Leitung der anfangs 2026 neu aufgestellten Abteilung Armeeentwicklung im Armeestab statt, welche die Zusammenarbeit der verschiedenen Doktrinstellen, darunter auch Doktrin Boden, sicherstellt. Die Arbeiten am Zielbild werden laufend mit Experimenten (Kriegsspielen und Simulationen) überprüft und zusätzliche Partner werden im Rahmen der weiteren Planung einbezogen, weswegen die vorgestellten Überlegungen Veränderungen unterliegen können. Der Artikel dient daher als eine Art «Werkstattbericht».

Im Folgenden geht es darum, aufzuzeigen, wo die Armee hinsichtlich des Einsatzes und der Einsatzdivisionen steht. Dafür werden zuerst die konzeptionellen Überlegungen kontextualisiert und anschliessend präsentiert.

Das moderne Gefechtsfeld und die hybride Konfliktführung

Ein gläsernes Gefechtsfeld

Der Krieg in der Ukraine zeigt deutlich, wie sich das Gefechtsfeld verändert hat, was wiederum Aufschlüsse gibt, auf was oder wie sich die Armee ausrichten muss. Das Gefechtsfeld ist insbesondere durch den Einsatz moderner Technologien wie Drohnen mit multispektralen Sensoren und hochauflösender Satellitenaufklärung zunehmend transparenter geworden. Bewegungen bis zu einer Distanz von 30 Kilometern ab der Frontlinie – sofern es diese überhaupt gibt – sind kaum mehr möglich, ohne dass der Gegner diese erkennt und bekämpfen kann. Zeitgenössische Waffensysteme sind fähig, bis tief in den eigenen Raum präzise zu wirken. Es ist auch einfacher geworden, diese Systeme zu bedienen, und sie sind nicht mehr nur staatlichen Akteuren vorbehalten. Somit können die heutigen Waffensysteme eines Gegners eigene militärische oder zivile kritische Infrastruktur, Schlüsselsysteme, die Führungsunterstützung oder die Logistik bereits im rückwärtigen Raum bekämpfen, die Konzentration von Kräften verhindern oder Versorgungslinien unterbrechen.

Auch mechanisierte Kräfte sind weit verwundbarer als zuvor, da ihre Mobilität und ihr Schutz nicht mehr genügen, um sich von der dauernden Aufklärung und der Masse an präzis gesteuerten Waffen, manchmal mit kurzer Vorwarnzeit, zu entziehen. Daher ist die Ausdehnung taktischer Räume grösser geworden. Für die Armee bedeutet dies, dass der Aktionsraum eines Bataillons tiefer und breiter werden muss und dass die unterirdische Dimension, mit welcher die Schweiz historisch betrachtet viel Erfahrung gesammelt hat, wieder stark an Wichtigkeit gewinnt.

Das Durchbrechen von Verteidigungsstellungen ist zudem schwieriger geworden: das geografische Verständnis und wo man kämpft hat sich verändert, somit auch wie man kämpft. Im Gegensatz zu früher, wo der Entscheid vornehmlich durch Manöver von massierten mechanisierten Kräften gesucht wurde, rückt unter Anbetracht der eigenen Möglichkeiten, der eigenen Stärken und den gegebenen Bedingungen des modernen Gefechtsfeldes der zonengebundene Ansatz in den Vordergrund. Gemäss diesem Ansatz wird der Entscheid durch stetige (unbemannte) Aufklärung, durch intensiven Kampf mit Feuer von Artillerie, Drohnen und Lenkwaffen in der gesamten Tiefe sowie durch Überraschung und Tempo kleiner, eigenständiger Formationen in überbautem, gekammertem und bedecktem Gelände angestrebt.

Hybride Konfliktführung

Nicht nur das moderne Gefechtsfeld an sich, sondern auch die hybride Konfliktführung bringt Veränderungen in der Bedrohung für die Armee, da im Voraus meistens nicht gesagt werden kann, wann ein Angriff stattfinden wird. Die Akteure gehen verdeckt vor und versuchen Wirkungen durch rasches, überraschendes und asymmetrisches Handeln zu erzeugen.

Die Abwehr von hybriden Aktionen kann nur zusammen mit den zivilen Behörden im Rahmen eines gesamtheitlichen Ansatzes erfolgreich sein. Hybride Aktionen beeinflussen jedoch das ganze Einsatzspektrum der Armee, von der Unterstützung ziviler Behörden bis hin zur Abwehr eines umfassenden Angriffs. Dies erfordert einen fliessenden Übergang von der Unterstützung ziviler Behörden zur Verteidigung und zurück, der sich nicht im Voraus festlegen lässt.

Diese Tatsache macht eine einheitliche Einsatzführung notwendig. So wird ein der Bedrohung angepasster, flexibler und dezentralisierter Einsatz möglich. Dies passt zu einer Armee, die laufend situationsbedingt eingesetzte Mittel und die Leistungserbringung flexibel anpassen muss, um so möglichst reibungslos in die Verteidigung übergehen zu können. Deshalb sind die Einsatzdivisionen notwendig, welche am Boden domänenübergreifende Operationen zonengebunden führen.

Die Abstufungen hybrider Konfliktführung. (Bild: Leitlinien des Bundesrates)
Die Abstufungen hybrider Konfliktführung. (Bild: Leitlinien des Bundesrates)

Domänenübergreifende zonengebundene Aktionsführung und Einsatzdivisionen

Zonengebundene Aktionsführung

Die aufgeführten Erkenntnisse führen zum Schluss, dass es nicht mehr ausreicht, den Einsatz und die Ziele der klassischen Streitkräfte (Land, Luft und See) lediglich aufeinander abzustimmen. Auch eine blosse Integration der neueren operationellen Domänen Cyber- und elektromagnetischer Raum (CER) und Weltraum genügt nicht. Notwendig ist vielmehr die Orchestrierung militärischer Aktivitäten über alle operationellen Domänen (für die Schweiz: Boden, Luft, CER und Weltraum) und in allen Umfeldern, synchronisiert mit zivilen Aktivitäten, um so rasch wie es die Situation erfordert, konvergierende Wirkungen zu erzielen. Dies nennt sich domänenübergreifende Operationen.

Wie erwähnt, führt die Armee ihre domänenübergreifenden Operationen zur Unterstützung ziviler Behörden und zur Verteidigung zonengebunden aus. Die domänenübergreifende Wirkung der dezentral eingesetzten Verbände wird von der operativen Stufe raum- und stufenübergreifend koordiniert.

Neu wird die Schweiz in drei militärische Einsatzräume aufgeteilt, um geografische, für militärische Einsätze relevante Regionen zu Einsatzdivisionen zusammenzuführen – dies unter Berücksichtigung der Kantone; der Beschaffenheit des Geländes; der kritischen Infrastruktur; der taktisch zusammenhängenden Räume; von möglichen Einfallsachsen eines Aggressors (Nord/Ost, West und Süd); und der Reichweite und Wirkung moderner Waffensysteme.

Die Grafik zeigt eine Prinzipskizze der Raumaufteilung der künftigen drei Einsatzdivisionen. (Grafik: Armeeentwicklung)
Die Grafik zeigt eine Prinzipskizze der Raumaufteilung der künftigen drei Einsatzdivisionen. (Grafik: Armeeentwicklung)

Operationelle Domäne Boden

Eine operationelle Domäne ist ein bestimmter Bereich von Fähigkeiten und Aktivitäten, der innerhalb einer Einsatzumgebung angewendet werden kann. In der neuen Führungsstruktur verantwortet das Heer die Grundausbildung, die Aufrechterhaltung der Bereitschaft und die Weiterentwicklung der Domäne, während die Einsatzdivisionen den Einsatz der Mittel gewährleisten.

In ihrer Grundgliederung haben die Einsatzdivisionen ein Stabsbataillon und eine Supportgruppe, welche die Integration der logistischen und sanitätsdienstlichen Mittel sowie gegebenenfalls weiterer Unterstützungsmittel sicherstellt. Der Einsatzdivision werden die Stäbe, Bataillone und Einheiten aus dem Heer einsatzunterstellt. Am Boden ist das taktische Manöverbataillon der verbundenen Waffen (kurz: Manöverbataillon) der Truppenkörper, der die Hauptlast trägt. Das Manöverbataillon setzt sich aus abgesessenen Truppen, teilweise mechanisierten Mitteln, Genie Elementen, Feuerunterstützung, Sensoren, unbemannten Mitteln in der Luft sowie am Boden und Mitteln zur Drohnenabwehr zusammen. Es werden verschiedene Konfigurationen des Manöverbataillon geben, doch alle Konfigurationen werden in der Lage sein, zu schützen und zu kämpfen.

Langfristig wird dieses Modul in seiner Grundgliederung über alle für den Einsatz erforderlichen Mittel zur Feuerunterstützung, Aufklärung, elektromagnetischer Aufklärung und Wirkung und zur Drohnenabwehr, sowie alle unbemannte Mittel verfügen. Angesichts der derzeitigen Knappheit dieser Mittel erfolgt bis zur Aufstockung des Bestandes eine auftragsbezogene Zuweisung.

Einsatzdivisionen

Die Einsatzdivisionen führen die ihnen einsatzunterstellten Truppenkörper. Je nach Anzahl und Komplexität können die Truppenkörper in einer Zwischenstufe zusammengeführt werden, welche die Aktionsführung in einem bestimmten Raum sicherstellen kann. Die Aufgaben dieser Zwischenstufe konkretisieren sich, ihre Bezeichnung ist noch offen – entweder Brigade oder Regiment. Die Einsatzdivisionen gewährleisten die domänenübergreifende Führung in ihrem Einsatzraum und koordinieren die Aktivitäten mit den Kantonen und den regionalen zivilen Akteuren.

Die der Einsatzdivision unterstellten Truppen stammen je nach Einsatz aus dem Heer, der Luftwaffe (Domäne Luft und Weltraum) oder dem Kommando Cyber (Domäne CER). Die Luftwaffe und das Kommando Cyber ermöglichen domänenübergreifende Operationen durch Verbindungsorgane oder durch die Zuweisung von Mitteln. Die Mischung domänenübergreifender Mittel auf Stufe Truppenkörper ist entscheidend, da weder die Bewegung noch der Einsatz von abgesessenen Truppen oder mechanisierten Mitteln ohne Aufklärungs- und Wirkmittel in der Luft und im elektromagnetischen Spektrum möglich ist. Die taktische Stufe muss rasch auf Informationen aus dem Weltraum zurückgreifen können und über gesicherte Daten und Netzwerke verfügen. Dies ist die Voraussetzung, um auf dem modernen Gefechtsfeld überleben und gewinnen zu können.

Die zugewiesenen Logistik- und Sanitätsformationen werden in der Supportgruppe zusammengefasst. Das Kommando Support stellt die erforderlichen Mittel und Leistungen zur Verfügung, damit die Verbände eingesetzt werden und ihren Auftrag erfüllen können. Die hohe Dezentralisierung und das gläserne Gefechtsfeld erschweren den bisherigen Nachschub und die Instandhaltung. Die Truppe muss daher eine möglichst hohe Autonomie erreichen und fähig sein, so viel wie möglich selbst instand zu setzen. Die hohe Anzahl an eingesetztem Verbrauchsmaterial, u.a. Drohnen, muss auch rasch nachproduziert und der Truppe geliefert werden. Der Nachschub muss sich ebenfalls an die Einsatz- und Kampfbedingungen anpassen. Dezentrale, im Voraus vorbereitete Depots verringern die Notwendigkeit leicht erkennbarer Bewegungen im und aus dem rückwärtigen Raum. Wenn ein direkter Nachschub dennoch gewährleistet werden muss, erfolgt dies mittels unbemannter Mittel in der Luft und am Boden.

Die Koordination der Bewegungen und des Einsatzes aller Mittel am Boden obliegt den Einsatzdivisionen in ihrem jeweiligen Raum, auch wenn diese Mittel von der Luftwaffe, dem Kommando Cyber oder dem Kommando Support eingesetzt werden.

Einfluss des Geländes

Aufgrund der Urbanisierung und des gekammerten Geländes der Schweiz ist davon auszugehen, dass die Verteidigung mehrheitlich angelehnt an das oder im überbauten Gelände stattfinden wird. Das überbaute Gelände bietet zwar Deckung gegen Drohnen und andere unbemannte Luftfahrzeuge, schränkt aber gleichzeitig die eigene Aufklärung, Bewegung und Kommunikation ein. Das gekammerter Gelände bietet auch Deckung und Schutz. Eine Konsequenz der Topografie sowie der weiten Entfernung der Radare ist jedoch, dass Drohnen und Marschflugkörper im unteren Luftraum nicht flächendeckend erfasst werden können.

Für die Einsatzdivisionen bedeutet das moderne Gefechtsfeld im Kontext des Schweizer Geländes also, sich mit passiven und aktiven Massnahmen wirkungsvoll vor der Entdeckung schützen zu können, u.a. durch Tarnen, Täuschen, Dezentralisierung, unterirdische Standorte sowie Schutzaufbauten und Signaturreduktion. Dabei ist insbesondere zu beachten, dass Drohnen, Sensorik und gestaffelte Wirkung in die Tiefe durch eine solide Vernetzung zusammengeführt werden müssen.

Abwehr hybrider Aktionen

Die Prinzipskizze der Abwehr hybrider Aktionen. (Grafik: Armeeentwicklung)
Die Prinzipskizze der Abwehr hybrider Aktionen. (Grafik: Armeeentwicklung)

Hybride Aktionen sind vielfältig. Sie umfassen u.a. Aktionen mittels Drohnen, Cyberangriffe, Desinformation, Infiltration, Sabotage und Spionage. Die Zuständigkeit, Desinformation zu bewältigen, liegt bei den zivilen Behörden. Die Armee muss aber in der Lage sein, ihre eigenen Truppen gegen Desinformation zu schützen.

Die Einsatzdivisionen schützen im Verbund mit den zivilen Behörden, gemäss der Logik der zonengebundenen Aktionsführung, mögliche Anschlag- oder Sabotageziele wie kritische Infrastrukturen (u.a. im Bereich der Behörden, Energie, Gesundheit und IT-Dienstleistungen) und zentrale Verkehrs- und Versorgungsachsen. Die Einsatzdivisionen unterstützen die zivilen Behörden auch im öffentlichen Raum, um gegnerische Aktivitäten frühzeitig zu erkennen, deren Handlungsfreiheit einzuschränken und gewalttätige Aktionen nichtstaatlicher Akteure zu verhindern.

Die Manöverbataillone werden eingesetzt, um kritische Infrastruktur zu schützen, die Grenzen zu sichern oder zur Sicherheit der Bevölkerung beizutragen. Diese Leistung umfasst aber auch den Schutz gegen Bedrohungen aus der Luft, zum Beispiel durch Mini-Drohnen, sowie den Schutz der eigenen Netze im CER. Das Manöverbataillon verfügt über die technischen Aufklärungsmittel, um Zugänge zu kritischen Standorten transparent zu gestalten und so einen potenziellen Gegner rechtzeitig erkennen und abhalten zu können.

Die Truppe muss in der Lage sein, in städtischen Gebieten verdichtete Patrouillen durchzuführen, um rasch auf gewalttätige Angriffe mit wenig oder keiner Vorwarnzeit reagieren zu können. Die Truppe unterstützt Einsatzkräfte der Polizei oder der Spezialkräfte bei Aktionen gegen irreguläre Akteure.

Abwehr eines Angriffs aus der Distanz

Prinzipskizze der Abwehr eines Angriffs aus der Distanz. (Grafik: Armeeentwicklung)
Prinzipskizze der Abwehr eines Angriffs aus der Distanz. (Grafik: Armeeentwicklung)

Während die Armee das Schweizer Staatsgebiet vor gegnerischem Bedrohungspotenzial durch die integrierte Luftverteidigung und Raketenabwehr schützt, hält sie zudem einen Gegner von einer weiteren Eskalation mittels eines Angriffs auf Distanz ab. Zu einer Bedrohung aus der Distanz zählen nicht nur Waffen mittlerer bis grosse Reichweite, sondern auch neuere Methoden, wie beispielsweise Transportfahrzeuge, die sich einschleichen und Drohnen einsetzen, um kritische Infrastrukturen anzugreifen.

In der Luft sorgt die Armee dafür, dass der Luftraum nicht missbräuchlich genutzt wird. Eigene Schlüsselsysteme schützt sie durch Dezentralisierung, um ihre Verwundbarkeit gegenüber weitreichenden Angriffen zu reduzieren. Im unteren Lauftraum kommen im Rahmen der Abwehr von Mini-, Klein- oder taktischen Angriffsdrohnen auch eigene Interzeptordrohnen zum Einsatz, als Ergänzung zur bodengestützten Luftverteidigung.

Am Boden werden die Truppen der Einsatzdivisionen ähnlich wie bei der Abwehr hybrider Aktionen eingesetzt. Diese werden jedoch durch Rettungseinheiten verstärkt, welche nach Angriffen mit ballistischen Raketen und Drohnen auf städtische Zentren Opfer aus den Trümmern bergen können.

Abwehr eines umfassenden Angriffs

Prinzipskizze der zonengebundenen Aktionsführung am Boden. (Grafik: Armeeentwicklung)
Prinzipskizze der zonengebundenen Aktionsführung am Boden. (Grafik: Armeeentwicklung)

Im Falle eines drohenden umfassenden Angriffs mit konventionellen, terrestrischen Mitteln, wird der Gegner im günstigen Gelände im Sinne der zonengebundenen Aktionsführung bekämpft. Das zentrale Element der zonengebundenen Aktionsführung am Boden ist das Manöverbataillon. Dieses hat zum Ziel, einen Gegner innerhalb eines definierten Raums mittels Feuer, Sperren und Stützpunkten sowie begrenzten Angriffsaktionen abzunützen und dadurch auf längere Sicht zum Abbruch seiner Gefechtshandlungen zu zwingen, sodass er seine Ziele nicht mehr erreichen kann.

Eigene Kräfte konzentrieren sich auf ausgewählte, verteidigungsstarke Schlüsselgelände. Dazu gehören insbesondere überbautes Gelände, dominierende Geländeerhöhungen, natürliche und künstliche Geländehindernisse, kritische Verkehrsknoten, Engpässe, Achsen und Transversalen. Dabei wird auch die bestehende Kampfinfrastruktur, Logistikinfrastruktur und Führungsinfrastruktur berücksichtigt und zur Verstärkung der Wirkung im Gelände genutzt. Die den Einsatzanforderungen entsprechend gegliederten Manöverbataillone sollen dabei selbständig den Kampf der verbundenen Waffen führen können, weshalb diese hauptsächlich aus abgesessenen und mechanisierten Kräften bestehen und mit organisch integrierten Unterstützungselementen, wie zum Beispiel Genie und Artillerie verstärkt sind.

Um den Gegner innerhalb der Zone bereits aus Distanz erkennen und bekämpfen zu können sind mit einem grossen Anteil an Drohnen, welche flächendeckend bis auf Stufe Zug verteilt sind, die Fähigkeiten zur luftgestutzten Aufklärung und Bekämpfung von Bodenzielen integriert. Da das moderne Gefechtsfeld durch den Einsatz von unbemannten Waffen- und Aufklärungssystemen geprägt ist, sind die Manöverbataillone mit Elementen und Mitteln der Drohnenabwehr bestückt. Dies ermöglicht es einerseits, den Eigenschutz im Nahbereich sicherstellen zu können und andererseits gegnerische Drohnen innerhalb der Zone aus der Distanz bekämpfen zu können.

Die Einsatzdivision stellt den Rahmen, inklusive der Zusammenarbeit mit den zivilen Behörden, sicher und unterstützt mit weiteren Mitteln. Zudem sorgt die Armee für die Kooperationsfähigkeit mit potenziellen internationalen Partnern.

Fazit: Neue Lösungen ausprobieren

Eine wesentliche Tugend einer Armee ist, sich rasch an technologische Entwicklungen und die Bedrohungslage anzupassen, sowie die Erkenntnisse aus laufenden Konflikten zu integrieren. Dies geschieht durch die Doktrin und die Ausbildung der Doktrin. Auch wenn die Gefahr, «den letzten Krieg vorzubereiten», stets im Auge behalten werden muss, ist das Risiko, Veränderungen in einer manchmal konservativen Organisation wie der unseren abzulehnen, grösser.

Daher ist es wichtig, die Herausforderungen und die Gefechtsfelder der Zukunft verstehen zu wollen, den Mut zu haben, alte Gewohnheiten hinter sich zu lassen und neue Lösungen auszuprobieren.